Erläuterung zur "Ampel"

Enoxaparin

Produktnamen:
  • Clexane ®
  •  

Enoxaparin

Erläuterung zur "Ampel"

Enoxaparin

Produktnamen:
  • Clexane ®
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Enoxaparin ist ein niedermolekulares Heparin, das durch Depolymerisation aus unfraktioniertem Heparin gewonnen wird. Es unterscheidet sich von unfraktioniertem Heparin durch eine bevorzugte Hemmung des Gerinnungsfaktors Xa und eine geringere Hemmung von Thrombin. Da den niedermolekularen Heparinen die unspezifischen Bindungsmöglichkeiten des unfraktionierten Heparins fehlen, haben sie eine besser vorhersagbare Wirksamkeit.  Im Gegensatz zum unfraktionierten Heparin sind niedermolekulare Heparine insgesamt besser verträglich und haben eine längere Halbwertszeit, so dass nur eine oder zwei Injektionen pro Tag erforderlich sind. Es gibt keinen Anhalt für eine Plazentapassage von niedermolekularen Heparinen. 

Indikation: Peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen, Therapie der instabilen Angina pectoris und bestimmter Formen des Myokardinfarktes.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Bisher publizierte Erfahrungen mit mehreren Tausend Schwangeren, die vorwiegend mit den niedermolekularen Heparinen Certoparin, Enoxaparin, Dalteparin und Nadroparin behandelt worden waren, ergaben keine Hinweise auf embryotoxische Effekte oder auf ein besonderes Risiko im Vergleich zu den unfraktionierten Heparinen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Die vorliegenden umfangreichen Erfahrungen mit den o.g. niedermolekularen Heparinen konnten weder fetotoxische Effekte noch ein besonderes Risiko im Vergleich zu den unfraktionierten Heparinen belegen. Das Risiko für eine Osteoporose bei Schwangeren scheint bei niedermolekularen Heparinen geringer als bei unfraktioniertem Heparin zu sein.
Eine Untersuchung an 284 Schwangeren mit einer durchschnittlich 251 Tage dauernder Enoxaparin-Behandlung ergab gegenüber einer nicht behandelten Kontrollgruppe keine erhöhte Komplikationsrate bei vaginaler oder operativer Entbindung sowie bei Epiduralanästhesie, wenn Enoxaparin mindestens 12 Stunden vorher abgesetzt wurde. 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Gut erprobte niedermolekulare Heparine wie Enoxaparin können in der Schwangerschaft verordnet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Vor geplanten operativen Eingriffen bzw. bei Geburtsbeginn sollten niedermolekulare Heparine abgesetzt werden, wenn dies nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung möglich ist.

Besser erprobte Alternativen: keine

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 4,4 h; mittleres Molekulargewicht: 4.500; orale Bioverfügbarkeit: keine.

Klinik: Aufgrund des hohen Molekulargewichts und fehlender oraler Verfügbarkeit werden Symptome beim gestillten Säugling nicht erwartet und sind bisher auch nicht beschrieben. In einer Untersuchung bei 10 Frauen, die jeweils 20-40 mg Enoxaparin s.c. täglich erhielten, konnte 5-7 Tage nach der Geburt keine Anti-Xa-Aktivität bei den 12 gestillten Säuglinge nachgewiesen werden. Blutungskomplikationen bei den gestillten Säuglingen traten nicht auf und sind auch nicht zu erwarten. 

Empfehlung: Während einer Behandlung mit Heparinen, einschließlich der niedermolekularen, darf weiter gestillt werden.

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