Erläuterung zur "Ampel"

Enalapril

Produktnamen:
  • Benalapril ®
  • Jutaxan ®
  • XANEF ®
  • und Generika 

Enalapril

Erläuterung zur "Ampel"

Enalapril

Produktnamen:
  • Benalapril ®
  • Jutaxan ®
  • XANEF ®
  • und Generika 

Enalapril gehört zur Gruppe der ACE-Hemmstoffe und ist selbst ein inaktives Prodrug. Das Angiotensin Converting Enzyme (ACE) wird erst nach Aktivierung zum Enalaprilat gehemmt. Die durch Hemmung der Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II erzielte verminderte Angiotensin-II-Konzentration führt zu einer herabgesetzten vasopressorischen Aktivität und geringerer Aldosteron-Sekretion. Zugleich hemmen ACE-Inhibitoren (ACEI) auch die Kininase II, die für den Abbau des vasodilatierend wirkenden Bradykinins verantwortlich ist. 

Indikation: Hypertonie, Herzinsuffizienz (in Kombination mit Diuretika oder Digitalis).

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Die Erfahrungen zu ACE-Inhibitoren (ACEI) in der Schwangerschaft beruhen auf Fallberichten, Fallserien, retrospektiven und prospektiven Studien, Register- und Verschreibungsstudien mit insgesamt mehr als 2000 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen. Zusammengefasst lässt sich kein Fehlbildungsmuster, keine Teratogenität erkennen.

2006 wurde eine methodisch kritisch zu bewertende Verschreibungsstudie zur ACEI Exposition in der frühen Schwangerschaft veröffentlicht, die ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, besonders für Herzseptumdefekte, beobachtet hatte. Nachfolgende Studien stellten teilweise auch ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko fest, konnten dies jedoch auf mütterliche Erkrankungen bzw. Risikofaktoren zurückführen wie Diabetes, Adipositas und höheres mütterliches Alter. In diesen Studien wurde auch nach Exposition mit anderen Antihypertensiva und bei unbehandelten Schwangeren mit Bluthochdruck eine erhöhte Fehlbildungsrate beobachtet, darunter besonders Herzseptumdefekte.

2.-3. Trimenon / Perinatal: ACEI können in der zweiten Schwangerschaftshälfte zur Mangeldurchblutung der Plazenta, zu fetaler Hypotonie, Oligohydramnion und dialysepflichtiger Anurie beim Neugeborenen führen. Durch einen herabgesetzten Gefäßtonus der Nierengefäße kommt es offenbar zu einer hypoxämisch bedingten Dysgenesie der Nierentubuli mit verminderter fetaler Urinproduktion, die normalerweise nach dem 1. Trimenon beginnt. Da der fetale Urin nach der 16. Schwangerschaftswoche den Hauptteil der Aminionflüssigkeit darstellt, ist das Oligohydramnion Folge der Anurie. Auch eine Hypoplasie der Schädelknochen, Gelenkkontrakturen und eine pulmonale Hypoplasie wurden beschrieben. Eine erneute Verschlechterung der Nierenfunktion bei älteren Kindern, die nach intrauteriner Exposition mit ACEI im 3. Trimenon nur vorübergehend eine Einschränkung ihrer Nierenfunktion hatten, ist bekannt. Es gibt auch Fallberichte über Nierenfunktionsstörungen im Kindesalter nach intrauteriner Exposition in der Spätschwangerschaft, ohne dass ein Oligohydramnion beobachtet worden war.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: ACEI sind im 2. und 3. Trimenon kontraindiziert, sollten aber auch im 1. Trimenon nur bei schweren, anders nicht behandelbaren Krankheiten eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach einer versehentlichen Therapie in die Frühschwangerschaft hinein, sollte auf ein risikoärmeres antihypertensives Mittel umgestellt werden. Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung kann angeboten werden. Sollte die Exposition bis ins 2. Trimenon hinein erfolgt sein, sollte die Therapie umgehend umgestellt und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden. Beim Neugeborenen sollte auf die Nierenfunktion und eine mögliche Hypotonie geachtet werden. Auch im späteren Kindesalter sollte nochmals eine Kontrolle der Nierenfunktion erfolgen.

Im Falle einer Exposition nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos. 

Besser erprobte Alternativen: Als Antihypertensivum z.B. Alpha-MethyldopaMetoprolol.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: Metabolite: 11 h; Proteinbindung: 50-60%; molare Masse: 384; relative Dosis: 0,17%; Anteil einer therapeutischen Säuglingsdosis von 0,1 mg/kg/d: ca. 0,51%; M/P-Quotient: 0,029-0,14; orale Bioverfügbarkeit: 60%.

Klinik: Symptome bei den gestillten Kindern wurden bisher nicht beobachtet. Aufgrund des geringen Überganges in die Muttermilch sind diese auch unwahrscheinlich. Eine Hypotonie bei den Säuglingen kann nicht ausgeschlossen werden.

Empfehlung: Die lange eingeführten ACE-Hemmstoffe Enalapril, Captopril sowie Benazepril können in der Stillzeit verordnet werden, wenn die Antihypertensiva der ersten Wahl nicht wirksam oder nicht indiziert sind. Sicherheitshalber ist zumindest bei jungen Säuglingen unter zwei Monaten auf Ödeme und den Gewichtsverlauf als Indikatoren für eine gestörte Nierenfunktion zu achten.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.