Wirkstoffe

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Erläuterung zur "Ampel"

Enalapril

Produktnamen:

  • Benalapril ®
  • Enadigal ®
  • ENA-PUREN ®
  • Jutaxan ®
  • XANEF ®
  •  

Enalapril gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer und ist selbst ein inaktives Prodrug. Das Angiotensin Converting Enzyme (ACE) wird erst nach Aktivierung zum Enalaprilat gehemmt. Die durch Hemmung der Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II erzielte verminderte Angiotensin-II-Konzentration führt zu einer herabgesetzten vasopressorischen Aktivität und geringerer Aldosteron-Sekretion. Zugleich hemmen ACE-Hemmer auch die Kininase II, die für den Abbau des vasodilatierend wirkenden Bradykinins verantwortlich ist.

Indikation: Hypertonie, Herzinsuffizienz (in Kombination mit Diuretika oder Digitalis).

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang:  HOCH

1. Trimenon: Bei insgesamt etwa 1000 nachverfolgten Schwangerschaften mit ACE-Hemmern (überwiegend Captopril und Enalapril) zeigen sich keine eindeutigen Hinweise auf teratogene Effekte beim Menschen. Eine methodisch kritisch zu bewertende Verschreibungsstudie von ACE-Hemmern fand ein von anderen Untersuchern bisher nicht bestätigtes erhöhtes Fehlbildungsrisiko, u. a. für Herzseptumdefekte.

2.-3. Trimenon / Perinatal: ACE-Hemmstoffe können in der zweiten Schwangerschaftshälfte zur Mangeldurchblutung der Plazenta, zu fetaler Hypotonie, Oligohydramnion und dialysepflichtiger Anurie beim Neugeborenen führen. Durch einen herabgesetzten Gefäßtonus der Nierengefäße kommt es offenbar zu einer hypoxämisch bedingte Dysgenesie der Nierentubuli mit verminderter fetaler Urinproduktion, die normalerweise nach dem 1. Trimenon beginnt. Da der fetale Urin nach der 16. Schwangerschaftswoche den Hauptteil der Aminionflüssigkeit darstellt, ist das Oligohydramnion Folge der Anurie. Gelegentlich wurde eine Hypoplasie der Schädelknochen beschrieben, die wahrscheinlich auch durch eine Minderperfusion zu erklären ist. Auch eine erneute Verschlechterung der Nierenfunktion bei älteren Kindern, die nach intrauteriner Exposition mit Enalapril im 3. Trimenon nur vorübergehend ein anurisches Nierenversagen hatten, wurde in Einzelfällen beschrieben.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: ACE-Hemmer sind in der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert und sollten nur bei schweren, anders nicht therapierbaren Herzerkrankungen eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Da es keine Hinweise auf ein nennenswertes teratogenes Potenzial in der Frühschwangerschaft gibt, rechtfertigt eine Exposition im 1. Trimenon keinen risikobegründeten Schwangerschaftsabbruch. Umgehend sollte aber auf eines der empfohlenen antihypertensiven Mittel umgestellt werden. Die fetale Entwicklung sollte per Ultraschallfeindiagnostik kontrolliert und bei längerfristiger Therapie in der 2. Schwangerschaftshälfte ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden. Beim Neugeborenen muss auf die Nierenfunktion und eine mögliche Hypotonie geachtet werden, wenn im letzten Drittel der Schwangerschaft behandelt wurde.
Im Falle einer Exposition nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Als Antihypertensivum z.B. Alpha-Methyldopa.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: Metabolite: 11 h; Proteinbindung: 50-60%; molare Masse: 384; relative Dosis: 0,17%; Anteil einer therapeutischen Säuglingsdosis von 0,1 mg/kg/d: ca. 0,51%; M/P-Quotient: 0,029-0,14; orale Bioverfügbarkeit: 60%.

Klinik: Symptome bei den gestillten Kindern wurden bisher nicht beobachtet. Aufgrund des geringen Überganges in die Muttermilch sind diese auch unwahrscheinlich. Eine Hypotonie bei den Säuglingen kann nicht ausgeschlossen werden.

Empfehlung: Die lange eingeführten ACE-Hemmstoffe Enalapril, Captopril sowie Benazepril können in der Stillzeit verordnet werden, wenn die Antihypertensiva der ersten Wahl nicht wirksam oder nicht indiziert sind. Sicherheitshalber ist zumindest bei jungen Säuglingen unter 2 Monaten auf Ödeme und den Gewichtsverlauf als Indikatoren für eine gestörte Nierenfunktion zu achten.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.