Wirkstoffe
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Doxylamin
- Gittalun ®
- Hoggar N ®
- Schlafsterne ®
- Schlaf Tabs ®
- Seda Plus ®
- Mereprine ®
- Munleit ®
Doxylamin ist ein Antihistaminikum der ersten Generation mit einem ausgeprägten sedierenden Effekt. Zusätzlich besteht eine anticholinerge Wirkung. Antihistaminika wirken über eine kompetitive Hemmung der Wirkung des Histamins am H1-Rezeptor.
Indikation: Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen, Schwangerschaftserbrechen.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: HOCH
1. Trimenon: Doxylamin, meistens in Kombinationspräparaten u.a. mit Pyridoxin, wurde fast 30 Jahre weltweit zur Therapie der Hyperemesis gravidarum eingesetzt. Umfangreiche Studien konnten die in den 70er und 80er Jahren diskutierte teratogene Wirkung, die ein Grund zur Zurücknahme der Zulassung war, nicht bestätigen. In Kanada wird Doxylamin in Kombination mit Pyridoxin wieder als Mittel der Wahl bei Hyperemesis angewendet, in den USA gibt es Bestrebungen zur Wiederzulassung. Inzwischen liegt auch eine Studie zur neurophysiologischen Entwicklung von 45 ehemals intrauterin exponierten Kindern vor, die keine Unterschiede bei den 3-6 Jährigen im Vergleich zu den Kontrollkindern feststellte.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Nach langfristiger Anwendung einiger älterer Antihistaminika (wie Diphenhydramin oder Hydroxyzin) bis zur Geburt wurden in Einzelfällen Anpassungsstörungen wie Zittrigkeit und Diarrhö bei den Neugeborenen beschrieben. Derartige Auffälligkeiten wurden speziell nach Doxylamineinnahme bisher nicht beschrieben. Allerdings reicht die Datenlage für eine differenzierte Bewertung nicht aus.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Doxylamin gehört zu den Mitteln der Wahl bei Schwangerschaftserbrechen und wird in angelsächsischen Ländern zusammen mit Pyridoxin empfohlen. Es kann auch zur kurzfristigen Therapie von Schlafstörungen eingesetzt werden.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine
Besser erprobte Alternativen: Meclozin, falls ein Antihistaminikum mit weniger sedierenden Eigenschaften zur Therapie von Übelkeit eingesetzt werden soll. Als Antiallergikum ist Loratadin vorzuziehen.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 8-10 h; molare Masse: 388; orale Bioverfügbarkeit: 100%.
Klinik: Wie bei allen Antihistaminika können bei länger dauernder Therapie Symptome wie Übererregbarkeit und Sedierung bei dem gestillen Säugling nicht ausgeschlossen werden. Für Doxylamin liegen keine klinischen Daten zur Stillzeit vor.
Empfehlung: Einzeldosen von Doxylamin sind während der Stillzeit akzeptabel. Als Antiallergikum sollte Loratadin bevorzugt werden, falls eine sedierende Wirkung benötigt wird, kann auch Dimetinden eingenommen werden.
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