Wirkstoffe
Auswahlliste
Dihydroergotamin
- Agitt Depot Sanol ®
- Angionorm ®
- DHE ratiopharm ®
- Dihytamin N ®
- Ergotam ®
- Verladyn ®
Dihydroergotamin (DHE) ist ein dem Mutterkornalkaloid Ergotamin verwandter Wirkstoff. Als partieller Adrenozeptoragonist wirkt es gefäßtonisierend.
Indikation: Therapie hypotoner und orthostatischer Kreislaufstörungen, Prophylaxe und Therapie der Migräne und des Cluster-Kopfschmerzes, Behandlung einer chronisch venösen Insuffizienz, Beschwerden bei primärer Varikose.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: MITTEL
1. Trimenon: Nach oraler Anwendung therapeutischer Dosen sind embryotoxische oder spezifische teratogene Effekte nicht zu erwarten. Dies wird durch Auswertung der Daten von über hundert exponierten Schwangeren unterstützt, die in teratologischen Zentren und dem schwedischen Geburtsregister dokumentiert wurden.
2.-3. Trimenon / Perinatal: In den letzten Schwangerschaftswochen ist die parenterale Gabe von Ergotalkaloiden kontraindiziert, bei wehenbereitem Uterus auch die orale Gabe.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Dihydroergotamin kann mit Ausnahme der letzten Schwangerschaftswochen bei zwingender Indikation per os als Vasotonikum eingesetzt werden.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Aufgrund der begrenzten Erfahrung zur Anwendung in der Schwangerschaft kann zur Bestätigung der normalen fetalen Organentwicklung eine Ultraschallfeindiagnostik angeboten werden. Nach parenteraler Verabreichung im letzten Trimenon sollten Auswirkungen auf die Wehentätigkeit und das fetale Befinden kardiotokographisch überwacht werden.
Besser erprobte Alternativen: Bei einer Migräneerkrankung sollten zunächst Paracetamol, auch in Kombination mit Codein oder Coffein oder bis etwa 30 Schwangerschaftswochen auch Ibuprofen versucht werden.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 21 h; Proteinbindung 90-95%; molare Masse: 583; orale Bioverfügbarkeit: 30%.
Klinik: Berichte über symptomatische Säuglinge liegen nicht vor und sind aufgrund der üblichen Einzeldosen auch kaum zu erwarten. Theoretisch sind sie beim fettlöslicheren Ergotamin oder Ergotamintartrat eher vorstellbar. Generell kann durch die antiprolaktinämische Wirkung der Ergotaminderivate die Milchproduktion vermindert werden.
Empfehlung: Wirken bei Migräne Ibuprofen oder Paracetamol (auch in Kombination mit Coffein und/oder Codein) unzureichend, können Kombinationen mit Acetylsalicylsäure, Dihydroergotamin oder Sumatriptan versucht werden.
Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell
Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.
Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.
Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.
Die Beratung ist kostenlos.

