Erläuterung zur "Ampel"

Digoxin

Produktnamen:
  • Lanicor ®
  • und Generika

Digoxin

Erläuterung zur "Ampel"

Digoxin

Produktnamen:
  • Lanicor ®
  • und Generika

Digoxin gehört zu der Gruppe der Herzglykoside. Der kardiale Effekt der Herzglykoside beruht auf einer Hemmung des Na/K-Ionen-Transportes und ist u.a. gekennzeichnet durch eine positiv inotrope, bathmotrope und eine negativ chronotrope, dromotrope Wirkung.

Wegen der geringen therapeutischen Breite der Herzglykoside ist eine sorgfältig überwachte Einstellung der individuellen Dosis notwendig. Alle Herzglykoside sind plazentagängig, die fetale Plasmakonzentration liegt unterhalb der mütterlichen. Allerdings scheint die Myokardempfindlichkeit beim Fetus geringer als beim Erwachsenen zu sein

Indikation: Chronische Herzinsuffizienz, Therapie und Rezidivprophylaxe von paroxysmalen, supraventrikulären Tachykardien, Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern/-flattern.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL (für Herzglykoside insgesamt)

1. Trimenon: Herzglykoside haben eine lange Markterfahrung. Allerdings werden sie aus mütterlicher Indikation heutzutage relativ selten im 1. Trimenon angewendet. Schon 1970 wurde die Verträglichkeit von Herzglykosiden bei 19 Frauen mit Herzklappenersatz dokumentiert. In einer Studie von 1985 wurde bei den Kindern von 142 Schwangeren, die Digoxin im 1. Trimenon eingenommen hatten, keine erhöhte Fehlbildungsrate festgestellt.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Herzglykoside werden erfolgreich zur Therapie von maternalen oder fetalen Arrhythmien sowie bei unklarem fetalen Hydrops eingesetzt. In therapeutischer Dosierung sind bisher keine negativen Auswirkungen auf den Fetus berichtet worden. Bei einer mütterlichen Digitalis-Intoxikation kann jedoch auch der Fetus mitbetroffen sein. Während der letzten Wochen der Schwangerschaft kann der Glykosidbedarf ansteigen, so dass regelmäßige Spiegelkontrollen bei der Schwangeren empfohlen werden. Nach der Geburt ist dagegen häufig eine Dosisreduzierung angezeigt.

Welches Antiarrhythmikum Mittel der Wahl bei fetalen Tachykardien ist, ist Gegenstand der Diskussion. Eine im Dezember 2015 begonnene interventionelle randomisierte prospektive Studie möchte klären, ob sich bei fetalem Vorhofflattern ohne Hydrops und bei fetaler supraventrikulärer Tachykardie mit oder ohne Hydrops Digoxin oder Sotalol oder Flecainid (alleine oder in Kombination) als überlegen herausstellt (voraussichtliche Laufzeit bis 2020).

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Herzglykoside können in der Schwangerschaft bei Herzinsuffizienz und als Antiarrhythmika bei Mutter oder Fetus eingesetzt werden. Bei fetalen Tachykardien sind sie Antiarrhythmika der 1. Wahl.  

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei längerfristiger mütterlicher Therapie  ggf. Kontrolle der fetalen Herzfrequenz.

Im Falle einer mütterlichen Digitalisintoxikation während der Schwangerschaft nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: keine

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 34-44 h (Erwachsener), 35 h (Neugeborenes), 57 h (Frühgeborenes); Proteinbindung: 20-30%; molare Masse: 781; relative Dosis: 2,7%; Übergang entspricht ~ 1% einer therapeutischen neonatalen Erhaltungsdosis; M/P-Quotient: 0,8; orale Bioverfügbarkeit: 60-80%. Bei 250 µg/d Dauermedikation kein Digoxin im Säuglingsplasma messbar.

Klinik: Bisher wurden keine Symptome bei gestillten Säuglingen, deren Mütter Digoxin einnehmen, berichtet. Die aufgenommene Menge durch den Säugling ist in der Regel so gering, dass keine Symptome erwartet werden.

Empfehlung: Unter einer Digoxin-Therapie der Mutter kann gestillt werden. Sollte eine i.v.-Gabe von Digoxin erforderlich sein, könnte durch z.B. eine Stillpause von 2 Stunden die Aufnahme von Digoxin durch das Kind gering gehalten werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.