Wirkstoffe

Auswahlliste

Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 07/2008

Diclofenac

Produktnamen:
  • Allvoran ®
  • Arthrex-Gel ®
  • Diclac ®
  • Diclabeta-Gel ®
  • Diclo ®
  • Diclofenbeta ®
  • Dollgit Diclo ®
  • Duravolten ®
  • Jenafenac ®
  • Jutafenac ®
  • Monoflam ®
  • Myogit ®
  • Rewodina ®
  • Sandoz-Gel ®
  • Solaraze-Gel ®
  • Voltaren ®
  •  

Diclofenac gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR). Seine antiphlogistische Wirkung beruht auf der Synthesehemmung der Prostaglandine, die beim Entzündungsvorgang ausgeschüttet werden. Es besitzt antipyretische, analgetische, antiphlogistische und antirheumatische Wirksamkeit.

Indikation: Als Analgetikum, Antiphlogistikum, bei akuter Arthritis, einschließlich Gichtanfall und chronischer Arthritis, z. B. chronischer Polyarthritis, Spondylitis ankylosans, entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen, schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach Verletzungen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: In umfangreichen Untersuchungen zeigte sich kein Zusammenhang zwischen einer Exposition von Diclofenac im 1. Trimenon und einem erhöhtem Fehlbildungsrisiko. Unbestätigt blieb bisher das in zwei Fall-Kontroll-Studien beobachtete leicht erhöhte Risiko für kardiovaskuläre (Septum-) Defekte und für Fehlgeburten.

2.-3. Trimenon/Perinatal: Im letzten Drittel der Schwangerschaft können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus beim Fetus führen. Die Empfindlichkeit des Ductus arteriosus wächst mit zunehmendem Gestationsalter. In einem Einzelfallbericht wurde eine reversible Konstriktion des fetalen Ductus arteriosus nach lokaler Anwendung von Diclofenac und Methylsalicylat (Gel im Schulter-Nacken-Bereich) in der 35. Schwangerschaftswoche beschrieben.
Ein möglicher Zusammenhang zwischen NSAR und persistierendem pulmonalen Hypertonus bei Neugeborenen (PPHN) wird diskutiert. Auch die fetale und neonatale Nierenfunktion kann bis zur Anurie gehemmt werden. Dieser Effekt wird auf eine Minderperfusion der Niere und einen Anstieg des zirkulierenden Vasopressin zurückgeführt. Eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) beim Neugeborenen wird ebenfalls im Zusammenhang mit einer NSAR-Exposition vor der Geburt diskutiert.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Diclofenac kann als Analgetikum oder zur antiphlogistischen Therapie in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft verwendet werden. Ab Woche 30 sind NSAR zu meiden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach wiederholter Einnahme in der Spätschwangerschaft sollte der fetale Kreislauf regelmäßig (1- bis 2-mal wöchentlich) sonographisch (Doppler-Sonographie) auf Veränderungen der Hämodynamik im Ductus arteriosus kontrolliert und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden.

Besser erprobte Alternativen: Ibuprofen

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 1-2 h; Proteinbindung 99%; molare Masse: 318; relative Dosis: 1%; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Nebenwirkungen wurden bei gestillten Kindern bisher nicht beobachtet.

Empfehlung: NSAR der Wahl in der Stillzeit sind Ibuprofen und Flurbiprofen. Bei gelegentlicher Einnahme ist auch Diclofenc akzeptabel.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.