Depressionen nach der Geburt - auch beim Vater

Nach einer Entbindung stehen Mutter und Kind im Zentrum, die Partner bzw. Väter spielen in dieser Zeit eine eher untergeordnete Rolle. Von ihnen wird Unterstützung und Verständnis für Mutter und Kind erwartet. Ihre eigene, oftmals nicht einfache Situation wird kaum gesehen. Dazu zählen auch das Elternwerden und der Wechsel von einer Zweier- zu einer Dreierbeziehung, was zu erheblichen Veränderungen der partnerschaftlichen Beziehung führen kann.

Die psychische Situation der Väter kann nach der Geburt angespannt sein, auch sie können unter einer Depression leiden. So zeigte sich in einer großen englischen Studie, dass acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes 10% der Mütter und 4% der Väter depressive Symptome aufwiesen. Die Studie zeigte weiter, dass auch eine Depression des Vaters negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes, insbesondere auf Söhne, haben kann. Und zwar unabhängig von der psychischen Situation der Mutter.

Aufgrund dieser Erkenntnisse haben die Wissenschaftler eine Gruppe von Männern, deren Frau gerade ein Kind geboren hat, einen Selbstbeurteilungsbogen EPDS (Edinburgh Postnatal Depression Scale) ausfüllen lassen. Ergebnis: Der bereits bei Müttern etablierte Test eignet sich auch zur psychischen Beurteilung für Männer.

Analog der Selbstbeurteilung für Frauen werden zehn Fragen beantwortet. Die Summe ergibt einen Score zwischen 0 und 30. Liegt der Wert höher als zwölf, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da der Vater vielleicht an einer Depression oder an einer anderen mit depressiven Symptomen einhergehenden Störung leidet (z. B. an einer Angsterkrankung).

Ursächlich für eine Depression nach der Geburt des Kindes sind beim Vater wie bei der Mutter, zum Beispiel Veränderungen der Lebenssituation und Partnerschaft. Ein relevanter Faktor beim Mann kann zusätzlich die bereits erwähnte Veränderung der Partnerschaft sein, insbesondere wenn es schwierig ist, die vor der Entbindung vorhandene Intimität wieder herzustellen.