Erläuterung zur "Ampel"

Cyproteronacetat

Produktnamen:
  • Bella HEXAL 35 ®
  • Clevia ®
  • Cyproderm ®
  • Cypronette AL ®
  • Diane-35 ®
  •  

Cyproteronacetat

Erläuterung zur "Ampel"

Cyproteronacetat

Produktnamen:
  • Bella HEXAL 35 ®
  • Clevia ®
  • Cyproderm ®
  • Cypronette AL ®
  • Diane-35 ®
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Cyproteronacetat hat anti-androgene und gestagene Wirkungen. Es blockiert Androgen-Rezeptoren. Über einen negativen Feedback-Mechanismus des Hypothalamus-Hypophysen-Ovarial-Systems kann es außerdem die Androgensynthese reduzieren. Es wird bei der Frau überwiegend in Kombination mit Ethinylestradiol verwendet. In dieser Kombination wirkt es auch kontrazeptiv. Seit 1995 wurde die Verschreibung Cyproteron-haltiger Kontrazeptiva wegen des Verdachts auf ein erhöhtes Risiko für Lebertumoren drastisch eingeschränkt.

Indikation: Bei einigen schweren Formen von Akne, bei leichten Formen von Hirsutismus. Achtung: Obwohl Cyproteronacetat in Kombination mit Ethinylestardiol auch empfängnisverhütend wirkt, soll es nicht ausschließlich zur Empfängnisverhütung angewendet werden, sondern nur zum Einsatz kommen, wenn aufgrund der genannten androgenabhängigen Hauterkrankungen hormonell behandelt werden muss.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Bisher gibt es keine Hinweise auf Teratogenität, obwohl die Daten für eine endgültige Beurteilung nicht ausreichen. Die antiandrogene Wirkung des Cyproteronacetats kann theoretisch zu einer Feminisierung männlicher Feten führen. Bisher ist dieser Effekt aber nicht beobachtet worden, selbst wenn versehentlich täglich 2 mg Cyproteron bis in die sensible Phase ab acht Schwangerschaftswochen hinein eingenommen wurde. Vom Hersteller sind 44 Schwangere mit männlichen Feten registriert. Darunter waren 38 zumindest während eines Teils der Genitalentwicklungsphase mit 2 mg exponiert,  23 sogar während der gesamten sensiblen Phase. Fünf Schwangere hatten hohe Dosen (25-100 mg/d) eingenommen. In allen Fällen wurden gesunde Jungen geboren.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor, da für Cyproteronacetat keine Indikation im 2.-3. Trimenon und perinatal besteht. Langzeiterfahrungen einer versehentlichen Anwendung in der Schwangerschaft fehlen ebenfalls.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Cyproteronacetat ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach versehentlicher Anwendung bis in die Frühschwangerschaft hinein besteht kein Grund für einen Abbruch oder invasive Diagnostik. Der Patientin kann eine Ultraschall-Feindiagnostik zur Bestätigung der normalen Organentwicklung des Feten angeboten werden.

Besser erprobte Alternativen: entfällt

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 38-58 h; Proteinbindung: >96%; molare Masse: 417; relative Dosis: 0,2-5%; M/P-Quotient: 0,4; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Auswirkungen einer Cyproteron-haltigen "Pille" auf den gestillten Säugling sind bisher weder untersucht noch beschrieben worden.

Empfehlung: Antiandrogene sind in der Stillzeit kontraindiziert. Die versehentliche Einnahme einzelner Dosen erfordert keine Stillpause, die Therapie sollte jedoch umgestellt werden. Orale Kontrazeptiva der Wahl für die Stillzeit sind reine Gestagen-Präparate (Minipille). Mit ihrer Anwendung kann sechs bis acht Wochen nach der Entbindung begonnen werden. Falls diese oder auch Gestagendepot-Präparate nicht vertragen werden, können auch die heute üblichen, niedrig dosierten Kombinationspräparate (Mikropille) angewendet werden. Eine Einschränkung des Stillens ist nicht erforderlich.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.