Erläuterung zur "Ampel"

Cyclophosphamid

Produktnamen:
  • Endoxan ®
  •  

Cyclophosphamid

Erläuterung zur "Ampel"

Cyclophosphamid

Produktnamen:
  • Endoxan ®
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Cyclophosphamid ist eine zytotoxische Substanz, deren Wirkung auf einer Interaktion seiner alkylierenden Metaboliten mit der DNS beruht. Folge der Alkylierung sind Strangbrüche und Vernetzungen der DNS-Stränge bzw. DNS-Proteinvernetzungen („cross-links“). Im Zellzyklus wird eine Verlangsamung der Passage durch die G2-Phase verursacht. Cyclophosphamid ist plazentagängig.

Indikation: Maligne Erkrankungen, z.B. Leukämien, Lymphome, solide Tumoren, wie z.B. Mammakarzinom. Schwer verlaufende Autoimmunerkrankungen, z.B. systemischer Lupus erythematodes. Bestimmte Formen der Glomerulonephritis u.a.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Die Erfahrungen zur Behandlung Schwangerer beruhen größenteils auf retrospektiven Kasuistiken und einer kleinen Fallserie. Es liegen annähernd 35 veröffentlichte Berichte nach Exposition im 1. Trimenon vor, wobei die Therapie im Rahmen einer Polychemotherapie erfolgte oder bei nicht-malignen Erkrankungen auch als einziges Immunsuppressivum, zum Teil als intravenöse Intervalltherapie oder als tägliche orale Einnahme.

Berichtet wurden unter anderem Spontanaborte und zwei intrauterine Fruchttode nach 25 /26 Schwangerschaftswochen, wobei bei der Beurteilung eines möglichen Zusammenhangs in jedem Einzelfall auch die Schwere der mütterlichen Erkrankung mitberücksichtigt werden muss. Die Mehrzahl der lebend geborenen Kinder und Feten wiesen keine Fehlbildungen auf. Bei den in 11 Fällen beschriebenen angeborenen Anomalien traten gehäuft ZNS-Auffälligkeiten, faziale Dysmorphien, distale Extremitätendefekte, Wachstumsretardierung sowie  Augen- und Ohrfehlbildungen auf, so dass das Vorliegen einer spezifischen Embryopathie diskutiert wird. Zur Häufigkeit des Auftretens von Fehlbildungen nach fetaler Exposition im 1. Trimenon kann mangels prospektiver Studien keine Aussage getroffen werden. Bei den 6 prospektiv in unserem Institut erfassten Schwangerschaften mit bekanntem Ausgang sind keine Fehlbildungen beobachtet worden.

Tierexperimentell wurden bei allen untersuchten Spezies Fehlbildungen induziert. Einige der teratogenen Effekte wurden relativ einheitlich beschrieben, nämlich Mundspaltbildungen, Extremitätendefekte und Augenfehlbildungen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Die Erfahrungen mit der Anwendung von Cyclophosphamid nach der Organogenese sind weitaus zahlreicher. In den meisten Schwangerschaften wird es relativ gut vertragen. Beschrieben sind allerdings Panzytopenien, verringertes Geburtsgewicht und eine evtl. häufiger auftretende Frühgeburtlichkeit. Da auch hier prospektive Studien fehlen, lässt sich zur Häufigkeit des Auftretens dieser Nebenwirkungen keine Angabe zu machen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Cyclophosphamid sollte bei Planung einer Schwangerschaft abgesetzt werden. Eine einheitliche Empfehlung zur Dauer einer Therapiepause vor der Konzeption liegt bisher nicht vor.

Wenn Cyclophosphamid im 2. und/oder 3. Trimenon als Zytostatikum im Rahmen von etablierten Therapieschemata oder bei schweren Verlaufsformen von Autoimmunkrankheiten diskutiert wird, ist eine Behandlung hiermit nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung im Einzelfall möglich.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine versehentlich ins 1. Trimenon hinein erfolgte Therapie sollte umgehend umgestellt werden und eine sonographische Feindiagnostik angeboten werden. Auch eine Behandlung mit Cyclophosphamid im 2./3. Trimenon sollte sonographisch kontrolliert werden. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen! Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Angesichts der vielen unterschiedlichen Indikationen für Cyclophosphamid können an dieser Stelle keine alternativen Therapien genannt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: Metabolite: 4-8 h; Proteinbindung: Metabolite: 50%; molare Masse: 279; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Cyclophophamid scheint in erheblichem Maße in die Muttermilch überzugehen. Zwar fehlen Messungen, doch Berichte aus den 70er Jahren beschreiben Leukopenien und Knochenmarksdepression bei mindestens drei gestillten Kindern.

Empfehlung: Unter laufender Cyclophosphamid-Therapie sollte nicht gestillt werden. Ob und ggf. wann, wenn starker Stillwunsch besteht, z.B. bei einer Intervalltherapie nach einer ausreichend langen Stillpause wieder angelegt werden könnte, sollte im Einzelfall die/der behandelnde Ärztin/Arzt z.B. mit unserem Institut klären.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.