Erläuterung zur "Ampel"

Colchicin

Produktnamen:
  • Colchicum-Dispert ®
  • Colchysat Bürger ®
  •  

Colchicin

Erläuterung zur "Ampel"

Colchicin

Produktnamen:
  • Colchicum-Dispert ®
  • Colchysat Bürger ®
  •  

Colchicin ist ein Trockenextrakt aus Herbstzeitlosensamen. Es ist plazentagängig und besitzt als Mitosehemmstoff mutagene und genotoxische Eigenschaften. Colchicin stellt die einzige wirksame Therapie zur Vorbeugung von Attacken beim Familiären Mittelmeerfieber (FMF) und der sich bei FMF-Patienten entwickelnden Amyloidose der Niere dar.

Indikation: Gichtanfall, Gicht-Anfallsprophylaxe, Familiäres Mittelmeerfieber (FMF).

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Die Behandlung des Familiären Mittelmeerfiebers mit Colchicin scheint zur Senkung des Abortrisikos gegenüber  unbehandelten Frauen zu führen. Eine teratogene Wirkung ist nach Auswertung von über tausend im 1. Trimenon behandelten Schwangeren bisher nicht erkennbar. Im Gegensatz dazu wurde bei einigen Tierspezies eine erhöhte Fehlbildungsrate beobachtet. Diskutiert wurde eine Erhöhung von chromosomalen Anomalien, die sich bisher jedoch nicht bestätigen ließ.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Keine Fetotoxizität bekannt.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Beim familiären Mittelmeerfieber sollte eine Colchicintherapie auch in der Schwangerschaft weitergeführt werden. Es kann damit beispielsweise der Verschlechterung eines nephrotischen Syndroms vorgebeugt werden, welches durch die Amyloidose der Niere entsteht. Das nephrotische Syndrom verschlechtert sich ohne Therapie häufig in der Schwangerschaft und kann zu verschiedenen maternalen Komplikationen (z. B. Nierenversagen, Hypertonie, Präeklampsie-Eklampsie, thrombembolische Ereignisse) und fetalen Entwicklungsstörungen wie z. B. Wachstumsretardierung führen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine Colchicin-Therapie im ersten Trimenon erfordert keinen risikobegründeten Schwangerschaftsabbruch. Auch eine Chromosomenuntersuchung (Amniozentese) wird derzeit nicht routinemäßig empfohlen. Zur Bestätigung der normalen Organentwicklung des Fetus sollte eine Ultraschallfeindiagnostik durchgeführt werden. Außerdem ist die regelmäßige Kontrolle wichtiger maternaler Laborparameter anzuraten, um eventuell notwendige Dosisanpassungen vornehmen zu können.

Besser erprobte Alternativen: keine bei Familiärem Mittelmeerfieber. Zur Behandlung des akuten Gichtanfalls in der Schwangerschaft ist Ibuprofen Mittel der Wahl.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 12-30 min; Proteinbindung: 10-31%; molare Masse: 399; relative Dosis: 4,3%-10%; M/P-Quotient: 1; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Zur kontinuierlichen Anwendung von Colchicin in der Stillzeit gibt es nur wenige dokumentierte Erfahrungen. Diese sind überwiegend positiv.

Empfehlung: Über das Stillen bei Langzeittherapie mit Colchicin muss individuell entschieden werden. Unter Beobachtung des Säuglings (hämatologische und gastrointestinale Symptome) scheint es jedoch vertretbar zu sein.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.