Erläuterung zur "Ampel"

Codein

Produktnamen:
  • Bronchicum mono ®
  • Codicaps ®
  • Codicompren ®
  • Codi Opt ®
  • Codipertussin ®
  • Optipect Kodein ®
  • Antitussivum Buerger ®
  • und Generika

Codein

Erläuterung zur "Ampel"

Codein

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  • Codicaps ®
  • Codicompren ®
  • Codi Opt ®
  • Codipertussin ®
  • Optipect Kodein ®
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Codein ist ein Morphinderivat mit geringerer analgetischer und sedierender Wirkung als Morphin. Da Codein über das Cytochrom-P450-Enzym CYP2D6 zu Morphin metabolisiert wird, können Inhibitoren dieses Enzyms zu einer Wirkungsabshwächung oder sogar -aufhebung von Codein führen (z.B. Fluoxetin, Citalopram). Codein ist plazentagängig. Nikotinkonsum verstärkt den Effekt von Codein.

Indikation: Als Monopräparat zur symptomatischen Therapie von quälendem, unprodukti-vem Husten (Reizhusten); als Analgetikum vorwiegend in Kombination mit Paracetamol  oder Acetylsalicylsäure, zum Beispiel bei Migräne.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH 

1. Trimenon: Aus den Daten von etwa 1700 prospektiv ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen ergab sich kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Lediglich eine neuere kleine Fall-Kontrollstudie diskutierte ein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen, Spina bifida und Gastroschisis. Allerdings erfolgten die Angaben zur Medikamenteneinnahme retrospektiv durch die Mütter nach Geburt des Kindes, teilweise bis zu 2 Jahre postpartal.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei Substanz-Abusus oder regelmäßiger Anwendung von Codein bis zur Geburt können beim Neugeborenen Atemdepression und Entzugserscheinungen wie Tremor, Zittrigkeit, Diarrhoe und Trinkschwäche auftreten. In Einzelfällen wurde auch über Krampfanfälle und cerebrale Durchblutungsstörungen berichtet. Dies ist aber bei antitussiver oder gelegentlicher analgetischer Anwendung nicht zu erwarten.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: In begründeten Fällen darf Codein bei hartnäckigem Reizhusten und Versagen physikalischer Maßnahmen kurzfristig als Antitussivum verwendet werden. Als Analgetikum in Kombination mit Paracetamol darf es in allen Phasen der Schwangerschaft kurzfristig verwendet werden, wenn Ibuprofen (nur bis Woche 28 zulässig!) nicht ausreichend wirkt. Eine länger dauernde Gabe von Codein ist außergewöhnlichen Indikationen vorbehalten.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei kurzzeitiger Anwendung im ersten Trimenon keine.
Bei regelmäßiger Anwendung bis zur Geburt, Substanz-Abusus oder falls Codein zur Substitutionstherapie bei Heroin-Abhängigkeit verwendet wird, muss beim Neugeborenen mit Atemdepression und teilweise schweren Entzugssymptomen gerechnet werden. In diesen Fällen sollte die Entbindung in einem perinatologischen Zentrum erfolgen, um eine optimale Versorgung des Kindes zu gewährleisten.

Besser erprobte Alternativen: Als Antitussivum keine. Als Schmerzmittel können auch Tramadol oder Buprenorphin eingesetzt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 3 h, Metabolite: 2,5 h; Proteinbindung: 7%; molare Masse: 317; relative Dosis: 7,9%; M/P-Quotient: 1,3-2,5; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Der Hauptmetabolit des Codeins ist Morphin. Ein Fallbericht beschreibt eine schwere Opioid-Intoxikation bei einem gestillten Säugling, dessen Mutter, genetisch determiniert, Codein "ultraschnell" zu Morphin metabolisierte. Unter der mütterlichen Tagesdosis von 60 mg Codein entwickelte der Säugling zunehmend Trinkschwierigkeiten, wurde lethargisch und verstarb am 13. Lebenstag bei hohen Morphinkonzentrationen in seinem Blut und in der Muttermilch. Die Häufigkeit dieses genetischen Polymorphismus des Cytochrom P 450 2D6 Allels, das für den Metabolismus des Codeins zu Morphin zuständig ist, variiert deutlich zwischen unterschiedlichen Populationen und soll in Nordeuropa bei 1% der Bevölkerung zu finden sein (bei Äthiopiern bis 29%). Einzeldosen von Codein, als Antitussivum oder in analgetischen Mischpräparaten werden üblicherweise gut vertragen, auch bei ultraschnellen Verstoffwechslern.

Empfehlung: Bei zwingender Indikation kann Codein als Antitussivum oder kombiniert mit Paracetamol in Schmerzmitteln kurzzeitig (nicht länger als zwei bis drei Tage) auch während der Stillzeit verwendet werden. Als Antitussivum kommt alternativ Dextromethorphan in Frage. Als Schmerzmittel sollte Ibuprofen bevorzugt werden. Ist ein stärker wirksames Opioid indiziert, können Fentanyl oder Morphin primär eingesetzt werden, da hier die oben genannte genetische Komponente keinen Einfluss hat. Alle Opioidanalgetika sollten in der Stillzeit nur für kurze Zeit angewendet werden. Bei Kindern mit Apnoeneigung ist besondere Vorsicht geboten.

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