Erläuterung zur "Ampel"

Clonazepam

Produktnamen:
  • Antelepsin ®
  • Rivotril ®
  • und Generika

Clonazepam

Erläuterung zur "Ampel"

Clonazepam

Produktnamen:
  • Antelepsin ®
  • Rivotril ®
  • und Generika

Clonazepam ist ein Benzodiazepin, das v.a. antikonvulsiv und anxiolytisch wirkt. Benzodiazepine wirken über eine Verstärkung der GABAergen Hemmung im Gehirn. Benzodiazepine sind plazentagängig. Aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials, das sich bereits nach wenigen Wochen und auch im therapeutischen Dosisbereich entwickeln kann, sollte Clonazepam bei psychiatrischen Indikationen nur kurzfristig eingesetzt werden.

Indikation: Epilepsie, auch bei Säuglingen und Kindern zugelassen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Speziell zu Clonazepam liegen Erfahrungen mit über 300 Schwangeren aus mehreren Studien, Fallserien und Einzelfallberichten vor. Beobachtet wurden z.B. Fallot-Tetralogie, Mikrozephalie und Dysmorphiezeichen, jedoch ist insbesondere bei Monotherapie kein typisches Muster oder teratogenes Potenzial erkennbar. Die gesamte Gruppe der Benzodiazepine ist gut untersucht, wobei die meisten Erfahrungen zu Diazepam bestehen. Hierbei konnten aktuellere Studien mit insgesamt mehreren tausend Exponierten keine teratogenen Effekte nachweisen. Nur in älteren retrospektiven Fall-Kontroll-Untersuchungen wurden schwache, aber statistisch signifikante Assoziationen zwischen Benzodiazepinen und Lippen-/Gaumenspalten, intestinalen Atresien und Mikrozephalie beobachtet. Tierversuche mit Clonazepam zeigten Teratogenität in Mäusen, nicht jedoch in anderen Spezies.

2.-3. Trimenon / Perinatal: In einer Studie mit mehr als 100 Fällen, bei denen die Exposition zu irgendeinem Zeitpunkt während der Schwangerschaft stattgefunden hatte, zeigte sich kein signifikanter Effekt auf den Kopfumfang oder auf das Auftreten einer Mikrozephalie. Bei hochdosierter Gabe unter Geburt oder bei regelmäßiger Einnahme von Benzodiazepinen im letzten Trimenon sind schwerwiegende Symptome beim Neugeborenen möglich. Diese reichen von postpartaler Atemdepression über Anpassungsstörungen wie Muskelhypertonie, Hyperreflexie, Tremor bis hin zum wochenlang anhaltenden „Floppy-Infant-Syndrom“ mit Lethargie, Trinkschwäche, Tachypnoe, Tachykardie, Zyanose, Temperaturregulationsstörung und Muskelhypotonie. Neugeborene metabolisieren Benzodiazepine wesentlich langsamer als Erwachsene. Es existiert ein Bericht über einen fetalen Mekoniumileus nach Dauertherapie mit Clonazepam im 3. Trimenon; dieses Risiko konnte aber durch weitere Studien nicht bestätigt werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Wenn eine antiepileptische Behandlung mit Clonazepam unverzichtbar ist, darf in der gesamten Schwangerschaft behandelt werden. Es sollte die niedrigstmögliche effektive Dosis angestrebt werden. Kombinationen mit Valproinsäure sind zu vermeiden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Im Falle einer erfolgten Behandlung in der Frühschwangerschaft sollte eine Ultraschall-Feindiagnostik zur Bestätigung der normalen Entwicklung durchgeführt werden. Sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung. Bei Behandlung bis zur oder bis kurz vor der Geburt auf Symptome beim Kind in den ersten Lebenstagen achten. Bei abruptem Absetzen nach längerer Einnahme sind bei Mutter und Kind Entzugssymptome möglich.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Falls ausreichend wirksam, ist Lamotrigin das Antiepileptikum der Wahl.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ 30-40h; Proteinbindung: 50-87%; molare Masse 315; relative Dosis: 2,8%; Anteil einer therapeutischen Säuglingsdosis von 0,01-0,3 mg/kg/d: 0,5-16%; M/P-Quotient: 0,33; orale Bioverfügbarkeit: 71-100%.

Klinik: In Einzelfällen wurden bei gestillten Kindern Serumspiegel gemessen, die in den therapeutischen Bereich hineinreichen. Berichtet wurden unter anderem Apnoe, Hypotonie, Trinkschwäche und Müdigkeit. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass die Halbwertszeit bei Neugeborenen verlängert sein kann und die Spiegel, die durch den transplazentaren Übergang erreicht wurden, auch nach der Geburt noch eine beträchtliche Rolle spielen. 

Empfehlung: Bei Verdacht auf medikamentenbedingte Symptome sollten Konzentrationsbestimmungen im Serum des Kindes durchgeführt werden und ein Kinderarzt sowie unsere Einrichtung kontaktiert werden. Eine antiepileptische Kombinationstherapie mit Clonazepam ist mit dem Stillen nicht vereinbar.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.