Erläuterung zur "Ampel"

Chloramphenicol

Produktnamen:
  • Posifenicol ®
  • und Generika

Chloramphenicol

Erläuterung zur "Ampel"

Chloramphenicol

Produktnamen:
  • Posifenicol ®
  • und Generika

Chloramphenicol wirkt über eine Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese bakteriostatisch. Es ist gut plazentagängig und kann beim Feten toxische Konzentrationen erreichen. Gefürchtete Nebenwirkungen sind unter anderem aplastische Blutschäden und Grey-Syndrom. Die systemische Therapie kommt wegen starker Toxizität nur noch in extrem seltenen Fällen in Frage. Lokal kann Chloramphenicol unter anderem am Auge angewendet werden.

Indikation: Bakterielle Infektionen, bakterielle Binde- und Hornhautinfektionen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: In über hundert ausgewerteten Schwangerschaften war kein teratogenes Risiko erkennbar.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Da Chloramphenicol plazentagängig ist, kann es beim Feten und Neugeborenen toxische Konzentrationen erreichen. Eine mütterliche Therapie unter der Geburt kann zumindest theoretisch beim Neugeborenen ein vital bedrohliches Grey-Syndrom verursachen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Die systemische Therapie mit Chloramphenicol ist in der gesamten Schwangerschaft aufgrund der Toxizität kontraindiziert. Ausnahmen bilden extrem seltene Infektionen, die auf andere Antibiotika nicht ansprechen. Bei lokaler Anwendung am Auge scheint ein toxisches Risiko unwahrscheinlich. Die Indikation sollte aber auch bei lokaler Therapie kritisch geprüft werden, zumal es Alternativen mit geringerem Risikopotential gibt.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine Exposition mit Chloramphenicol stellt keinen Grund für einen Schwangerschaftsabbruch dar. Bei unabweisbarer systemischer Therapie vor der Geburt sollte man beim Neugeborenen auf toxische Symptome achten (aschgraue Hautfarbe, Nahrungsverweigerung, Erbrechen, Atemprobleme, Kreislaufversagen).
Im Falle einer Exposition nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Penicilline, Cephalosporine und Makrolide sind Mittel der Wahl bei Infektionen in der Schwangerschaft. Bei Konjunktivitis sollten z.B. Aminoglykoside oder Gyrasehemmer bevorzugt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2-5 h, Neugeborene: 24 h; Proteinbindung: 50-70%; molare Masse: 323; relative Dosis: 3,2; orale Bioverfügbarkeit: >90%.

Klinik: Bisher gibt es keine Berichte über eine Knochenmarksschädigung oder Grey-Syndrom bei unter Chloramphenicol gestillten Kindern. Nahrungsverweigerung und Erbrechen wurden jedoch in diesem Zusammenhang beschrieben.

Empfehlung: Auf Grund der bekannten Toxizität sollte unter systemischer Therapie mit Chloramphenicol nicht gestillt werden. Auch auf die lokale Anwendung sollte aus grundsätzlichen Erwägungen heraus verzichtet werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.