Wirkstoffe
Auswahlliste
Candesartan ist ein oraler Angiotensin II-Rezeptor (Typ AT1)-Antagonist mit hoher Affinität zum Rezeptor. Candesartan blockiert selektiv den AT1-Rezeptor, so dass die meisten der durch Angiotensin II ausgelösten Reaktionen wie Vasokonstriktion oder Freisetzung von Aldosteron ausbleiben. Da die AT2-Rezeptoren nicht gehemmt werden, kommt es nicht zu einer Verstärkung der bradykininvermittelten unerwünschten Wirkungen.
Indikation: Arterielle Hypertonie, chronische Herzinsuffizienz.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
1. Trimenon: Es liegen nur einzelne Fallbeschreibungen vor, die keine differenzierte Risikobewertung erlauben. Substanzielle Hinweise auf eine teratogene Wirkung lassen sich daraus bisher nicht ableiten.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei Anwendung im 2. und 3. Trimenon bestehen die gleichen Risiken wie bei den ACE-Hemmern (siehe z.B. Captopril). Mindestens 19 Kasuistiken berichten über Nierenfunktionsstörungen bis zur Anurie, Oligo- oder Anhydramnion, Lungenhypoplasie, Kontrakturen der Extremitäten, Hypoplasie der Schädelkalotte und Totgeburten bzw. Tod in der Neugeborenenperiode nach Anwendung von AT II-Rezeptor-Antagonisten.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten sind in der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert bzw. schweren, nicht anders behandelbaren Erkrankungen vorbehalten.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Da es keine Hinweise auf ein nennenswertes teratogenes Potenzial in der Frühschwangerschaft gibt, rechtfertigt eine Exposition im 1. Trimenon keinen risikobegründeten Schwangerschaftsabbruch. Umgehend sollte aber auf ein risikoärmeres Antihypertensivum umgestellt werden. Bei längerer Therapie muss ein Oligohydramnion ausgeschlossen und die fetale Entwicklung per Ultraschallfeindiagnostik kontrolliert werden. Beim Neugeborenen muss auf die Nierenfunktion und eine mögliche Hypotonie geachtet werden, wenn im letzten Drittel der Schwangerschaft behandelt wurde.
Wenn in der Schwangerschaft Candesartan eingenommen wurde, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.
Besser erprobte Alternativen: siehe auch arterielle Hypertonie: z.B. Alpha-Methyldopa.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 9 h; Proteinbindung: >99%; molare Masse: 610; orale Bioverfügbarkeit: bis 40%.
Klinik: Zu den Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten liegen keine publizierten Daten zur Stillzeit vor.
Empfehlung: Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten sollten in der Stillzeit gemieden werden. Versehentliche Gaben einzelner Dosen erfordern kein Abstillen. Die Therapie sollte aber auf in der Stillzeit besser untersuchte Antihypertensiva, wie z.B. Methyldopa, Metoprolol oder Nifedipin, umgestellt werden.
Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell
Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.
Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.
Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.
Die Beratung ist kostenlos.

