Erläuterung zur "Ampel"

Candesartan

Produktnamen:
  • Atacand ®
  • Blopress ®
  • und Generika 

Candesartan

Erläuterung zur "Ampel"

Candesartan

Produktnamen:
  • Atacand ®
  • Blopress ®
  • und Generika 

Candesartan ist ein oraler Angiotensin II-Rezeptor (Typ AT1)-Antagonist (sog. "Sartane") mit hoher Affinität zum Rezeptor. Candesartan blockiert selektiv den AT1-Rezeptor, so dass die meisten der durch Angiotensin II ausgelösten Reaktionen wie Vasokonstriktion oder Freisetzung von Aldosteron ausbleiben. Da die AT2-Rezeptoren nicht gehemmt werden, kommt es nicht zu einer Verstärkung der bradykininvermittelten unerwünschten Wirkungen.

Indikation: Arterielle Hypertonie, chronische Herzinsuffizienz.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang:  MITTEL (für Sartane insgesamt)

1. Trimenon: Die Erfahrungen zum 1. Trimenon beruhen hauptsächlich auf Fallserien und Subgruppen innerhalb von Antihypertensiva-Studien. Aus den ca. 200 Schwangerschaftsverläufen lässt sich weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein Fehlbildungsmuster erkennen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei Anwendung im 2. und 3. Trimenon bestehen ähnliche Risiken wie bei den ACE-Inhibitoren (siehe z.B. Captopril). Kasuistiken und Fallserien berichten über fetale Nierenfunktionsstörungen bis zur Anurie. Oligo- oder Anhydramnion, Lungenhypoplasie, Kontrakturen der Extremitäten, Hypoplasie der Schädelkalotte und Totgeburten bzw. Tod in der Neugeborenenperiode nach Anwendung von AT-II Rezeptor-Antagonisten sind beschrieben. In einer prospektiven Fallserie wurde ein ca. 30%iges Risiko für ein Oligo-/Anhydramion beobachtet, wenn die Therapie über die 20. Schwangerschaftswoche hinaus bestand. Eine Thrombose der Vena cava inferior wird als neues Merkmal der Angiotensin-II Rezeptor-Antagonisten Fetopathie diskutiert. Momentan liegen 5 Fallberichte dazu vor, bei denen die Kinder intrauterin bis ins bzw. im 3. Trimenon exponiert waren. Ein Oligohydramnion kann sich nach Absetzen des AT II Antagonisten wieder zurückbilden. 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten sind im 2. und 3. Trimenon kontraindiziert, sollten aber auch im 1. Trimenon nur bei schweren, anders nicht behandelbaren Krankheiten eingesetzt werden.
 
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach einer versehentlichen Therapie in die Frühschwangerschaft hinein, sollte auf ein risikoärmeres antihypertensives Arzneimittel umgestellt werden. Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung kann angeboten werden. Sollte die Exposition bis ins 2. Trimenon hinein erfolgt sein, sollte die Therapie umgehend umgestellt und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden. Beim Neugeborenen sollte auf die Nierenfunktion und eine mögliche Hypotonie geachtet werden. Auch im späteren Kindesalter sollte eine Kontrolle der Nierenfunktion nochmals erfolgen.

Wenn in der Schwangerschaft Candesartan eingenommen wurde, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: siehe auch arterielle Hypertonie: z.B. Alpha-MethyldopaMetoprolol.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 9 h; Proteinbindung: >99%; molare Masse: 610; orale Bioverfügbarkeit: bis 40%.

Klinik: Zu den Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten liegen keine publizierten Daten zur Stillzeit vor. 

Empfehlung:  Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten sollten in der Stillzeit gemieden werden. Versehentliche Gaben einzelner Dosen erfordern kein Abstillen. Die Therapie sollte aber auf in der Stillzeit besser untersuchte Antihypertensiva, wie z.B. Methyldopa, Metoprolol oder Nifedipin, umgestellt werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.