Erläuterung zur "Ampel"

Buspiron

Produktnamen:
  • Anxut ®
  • Busp ®
  •  

Buspiron

Erläuterung zur "Ampel"

Buspiron

Produktnamen:
  • Anxut ®
  • Busp ®
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Buspiron bewirkt über einen agonistischen Effekt am Serotonin-Rezeptor (5-HT1A) eine Hemmung der Freisetzung von Serotonin und blockiert Dopamin-D2-Rezeptoren. Der Buspiron-Metabolit 1PP hat als α2-Antagonist Wirkung auf das noradrenerge System. Im Gegensatz zu Benzodiazepinen interagieren Buspiron und 1PP nicht mit dem GABA-System. Buspiron und sein Metabolit wirken anxiolytisch, psychostimulatorisch und antidepressiv mit einer Latenzzeit von zwei bis vier Wochen. Im Gegensatz zu Benzodiazepinen treten keine muskelrelaxierenden, sedierenden und antikonvulsiven Effekte auf. Darüber hinaus führt Buspiron auch nicht zur Abhängigkeit.

Indikation: Symptomatische Behandlung von Angstzuständen mit den Leitsymptomen Angst, innere Unruhe, Spannungszustände.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Systematische Studien zum Einsatz in der Frühschwangerschaft fehlen. Die wenigen Einzelfallberichte lassen bislang keine spezifische Teratogenität erkennen. Eine differenzierte Risikobewertung ist daraus allerdings nicht möglich. Keine Teratogenität im Tierversuch.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bislang sind keine negativen Auswirkungen einer Buspiron-Therapie auf die fetale Entwicklung oder den Geburtsverlauf berichtet worden. Dennoch sind wie bei anderen Psychopharmaka Anpassungsstörungen des Neugeborenen nicht auszuschließen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Bei Neueinstellung sollten besser untersuchte Arzneimittel bevorzugt werden. Die Umstellung einer stabilen Patientin, insbesondere nach schwieriger Einstellung, ist nicht indiziert.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Anwendung im 1. Trimenon sollte eine sonographische Feindiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen Kindsentwicklung angeboten werden. Im Übrigen sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und engmaschige psychiatrische Kontakte, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. Bei Gabe bis zur Geburt auf Anpassungsstörungen beim Neugeborenen achten. Daher sollte in den ersten Lebenstagen die Beobachtung des Kindes gewährleistet sein und die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Soweit klinisch vertretbar, kann ca. eine Woche vor der Entbindung eine Reduktion der Dosis, evtl. auch das vorübergehende Absetzen erwogen werden, um das Risiko der Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu mindern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Je nach Symptomatik in der Schwangerschaft erprobte Antidepressiva oder bei kurzfristiger Anwendung auch gut untersuchte Benzodiazepine.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2–€3 h für Buspiron, 6 h für den Metaboliten 1PP; Proteinbindung: >95%; molare Masse: 386; gastrointestinale Resorption: fast 100%; orale Bioverfügbarkeit: 4% aufgrund eines stark ausgeprägten First-pass-Metabolismus.

Klinik: Eine Falldarstellung berichtet über krampfartige Symptome eines Kindes, die im Alter von drei Wochen und erneut mit vier Monaten auftraten. Neben Buspiron nahm die Mutter Fluoxetin und Carbamazepin ein. Im Gegensatz zu den beiden letztgenannten Arzneistoffen konnte Buspiron weder in der Muttermilch noch im Serum des Säuglings nachgewiesen werden. Das Kind entwickelte sich normal und zeigte im Alter von einem Jahr keine neurologischen Auffälligkeiten.

Empfehlung: Wenn zwingend indiziert, kann Buspiron unter guter Beobachtung des Kindes angewendet werden. Bei neu auftretenden Symptomen, die anders nicht erklärt werden können, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtug kontaktiert werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.