Wirkstoffe
Auswahlliste
Atovaquon ist ein oral anwendbares Antiprotozoikum, welches unter anderem die Nukleinsäuresynthese der Erreger hemmt. Zur Prophylaxe und Therapie der Malaria wird es in Kombination mit Proguanil eingenommen.
Indikation: Prophylaxe und Therapie der Malaria, Pneumocystis-carinii-Pneumonie.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: GERING
1. Trimenon: Es gibt bisher nur einzelne Fallberichte einer Atovaquontherapie im ersten Trimenon, die kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erkennen lassen. Die vorliegenden Daten reichen allerdings nicht für eine differenzierte Risikobewertung aus.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Auch zur Anwendung im zweiten/dritten Trimenon und perinatal liegen keine für eine Risikobewertung ausreichenden Daten vor. In einer Studie mit 26 im 3. Trimenon exponierten Schwangeren gab es keine Auffälligkeiten.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine Malariatherapie muss auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Atovaquon ist auf Grund der begrenzten Erfahrungen ein Reservemittel, welches bei zwingender Indikation gegeben werden sollte. Die Gefahr der mütterlichen Erkrankung überwiegt bei weitem das Risiko für den Feten.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine Exposition mit Atovaquon rechtfertigt weder eine Schwangerschaftsabbruch noch invasive Diagnostik. Zur Bestätigung der normalen Organentwicklung des Feten sollte eine Ultraschall-Feindiagnostik durchgeführt werden.
Besser erprobte Alternativen: keine - Prophylaxe und Therapie der Malaria müssen sich an der aktuellen Resistenzlage der entsprechenden Region orientieren.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 2-3 Tage; Proteinbindung: 99,9%; molare Masse: 366; orale Bioverfügbarkeit: 23-47%.
Klinik: Es gibt keine dokumentierten Erfahrungen zur Verträglichkeit einer Atovaquontherapie für den gestillten Säugling.
Empfehlung: Eine kurzfristige Therapie ist für den gestillten Säugling wahrscheinlich tolerabel.
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