Asthma bronchiale

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen:
  • (k. A.)

Asthma bronchiale

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen:
  • (k. A.)

Asthma bronchiale

Synonyme oder assoziierte Erkrankungen:
  • (k. A.)

Die Auswirkungen einer Schwangerschaft auf den Krankheitsverlauf sind unterschiedlich: Es kann eine Verbesserung der Symptomatik (>20%) oder eine Verschlechterung (~ 30%) eintreten oder sich am Schweregrad nichts ändern. 

Asthma bronchiale muss auch bei Schwangeren ausreichend therapiert werden, um neben dem Wohlergehen der Mutter eine ausreichende Oxygenierung im fetoplazentaren Bereich zu gewährleisten. Schweres, unzureichend therapiertes Asthma ist mit einem höheren Risiko für Frühgeburtlichkeit, intrauteriner Wachstumsverzögerung und Präeklampsie assoziiert. Auch ein teratogenes Risiko wird diskutiert.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Die bisherige Einteilung des Asthmas nach Schweregraden hat sich für die Verlaufskontrolle bei therapierten Patienten nicht bewährt, da auch das Ansprechen auf eine Therapie in den Asthmaschweregrad mit einfließt. Statt dessen werden drei Grade der Asthmakontrolle definiert:

  • kontrolliertes Asthma
  • teilweise kontrolliertes Asthma
  • unkontrolliertes Asthma 

Definition der Grade der Asthmakontrolle beim Erwachsenen, modifiziert nach Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma 2011 (4 von 6 Kriterien aufgeführt):

Kriterium 

Kontrolliertes Asthma 

(alle Kriterien erfüllt) 

Teilweise kontrolliertes Asthma 

(ein bis zwei Kriterien innerhalb einer Woche erfüllt) 

Unkontrolliertes Asthma 

Symptome tagsüber 

< 2x pro Woche 

> 2x pro Woche 

Drei oder mehr Kriterien des „teilweise kontrollierten Asthmas“ innerhalb einer Woche erfüllt 

Einschränkung von Aktivitäten im Alltag 

nein 

ja 

Nächtliche/s Symptome/Erwachen 

nein 

ja 

Einsatz einer Bedarfsmedikation/ Notfallbehandlung 

< 2x pro Woche 

> 2x pro Woche 

Das Therapieziel ist weitgehende Symptomfreiheit („kontrolliertes Asthma“) mit der geringstmöglichen Anzahl an Antiasthmatika in der niedrigstmöglicher Dosierung. In der Schwangerschaft wird eine Therapiereduktion, wie sie außerhalb der Schwangerschaft nach dreimonatiger Krankheitsstabilität angeraten wird, kritisch gesehen. Schwangere Patientinnen mit gut eingestelltem Asthma unter Langzeitmedikation sollten sich monatlich bei ihrem Pulmologen oder Hausarzt vorstellen, bei mangelhafter Kontrolle oder Exazerbationen sogar alle ein bis zwei Wochen.

Pharmakotherapie und nichtmedikamentöse Maßnahmen sind die Bausteine der Asthmatherapie. Der Asthmastufenplan für Erwachsene gilt im Wesentlichen auch in der Schwangerschaft. Er beginnt mit einem inhalativen kurz wirksamen β2-Sympathomimetikum (engl. short acting beta agonists, SABA), wie z.B. Salbutamol, mit raschem Wirkungseintritt als Bedarfsmedikation. Reicht diese Therapie nicht aus, kommen niedrig dosierte inhalative Corticosteroide (ICS) wie z. B. Budesonid oder Beclometason als Langzeitmedikation hinzu, die in der dritten Therapiestufe mittelhoch dosiert werden können. Die nächste Stufe sieht die Kombination eines ICS im mittleren bis hohen Dosisbereich mit einem langwirksamen β2-Sympathomimetikum (engl. long acting beta agonists, LABA) vor. Zusätzlich können Theophyllin und/oder Montelukast notwendig werden. Bei Versagen dieser Therapie oder im Falle einer Exazerbation sollte frühzeitig mit oralen Glucocorticoiden (Prednisolon) behandelt werden, um eine weitere Verschlechterung des Zustandes zu verhindern. 
Ein Asthmaanfall in der Schwangerschaft sollte immer stationär behandelt werden, spätestens ab der zweiten Schwangerschaftshälfte in Konsultation mit den Gynäkologen. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Oxygenierung im fetoplazentaren Bereich sollte frühzeitig eine Sauerstofftherapie eingeleitet werden mit dem Ziel, eine Sauerstoffsättigung > 95 % aufrechtzuerhalten und einen PaCO2 < 35 mmHg zu erreichen. Die Therapie orientiert sich an der Therapie des Erwachsenen außerhalb der Schwangerschaft.

Mittel der Wahl

Für leichtes Asthma und als Notfall- und Bedarfsmedikament aus der Gruppe der kurzwirksamen β2-Sympathomimetika  ist Salbutamol Mittel der Wahl. Budesonid, gefolgt von Beclometason und Fluticason sind die in der Schwangerschaft am besten untersuchten inhalativen Corticosteroide (ICS). Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass andere inhalierbare Glucocorticoide den Embryo oder Fetus schädigen. Die langwirksamen β2-Sympathomimetika (LABA) sollten nur in Kombination mit ICS verordnet werden, Mittel der Wahl sind hier Formoterol und SalmeterolTheophyllin kann, wenn nötig, auch in der Schwangerschaft verordnet werden. Sollte ein systemisches Glucocorticoid notwendig sein, so ist aufgrund des geringen plazentaren Übergangs Prednisolon das Mittel der Wahl.

Hinweis

Wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, bitten wir Sie, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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