Wirkstoffe

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Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 09/2009

Amisulprid

Produktnamen:
  • Solian ®
  • und Generika

Atypisches Neuroleptikum; wegen der teils erheblichen Prolaktinerhöhung nicht geeignet für Frauen mit konkretem Kinderwunsch.

Indikation: Schizophrenie, Psychose, Angststörungen, Depression, Persönlichkeitsstörungen, Borderline-Störung

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Nur Einzelfallberichte vorliegend, die bisher keine spezifische Teratogenität erkennen lassen, aber unzureichend für differenzierte Risikobewertung sind. Keine Teratogenität im Tierversuch.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Unzureichende Datenlage. Wie bei anderen atypischen Neuroleptika muss mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, sehr selten auch mit Krampfanfällen, gerechnet werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Bei Neueinstellung besser erprobte Neuroleptika vorziehen. Im Falle einer versehentlichen oder zwingend erforderlichen Behandlung in der Frühgravidität ist weder ein Therapiewechsel noch ein Schwangerschaftsabbruch indiziert.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine sonographische Feindiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung sollte im Falle einer erfolgten Behandlung in der Frühschwangerschaft erfolgen. Bei Gabe bis zur Geburt muss mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, hier auch selten mit Krampfanfällen gerechnet werden. Daher sollte in den ersten Lebenstagen die Beobachtung des Kindes gewährleistet sein und die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Soweit klinisch vertretbar, kann ca. eine Woche vor der Entbindung eine Reduktion der Dosis, evtl. auch das vorübergehende Absetzen erwogen werden, um das Risiko der Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu mindern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Risperidon, Quetiapin, erprobte Phenothiazin-Neuroleptika.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 12 h; Proteinbindung: 16%; molare Masse: 369; orale Verfügbarkeit: gut. Unzureichende Datenlage zum Übergang in die Muttermilch.

Klinik: Unzureichende Datenlage.

Empfehlung: Stillen bei Monotherapie und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Treten anders nicht erklärbare Symptome wie Sedierung, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.