Wirkstoffe
Auswahlliste
Aluminiumhydroxid und Algedrat, die hydrierte Form, neutralisieren Salzsäure durch Bildung von Aluminiumchlorid. Die Resorption von Aluminium aus den Antacida ist gering und für Nierengesunde kein Problem. Aus der Nahrung stammendes anorganisches Phosphat wird durch die Aluminiumverbindung gebunden, ein Effekt, den man sich bei niereninsuffizienten Patienten mit Hyperphosphatämie zunutze macht. Im Tierversuch war Aluminium plazentagängig.
Indikation: Säurebedingte Magenbeschwerden, Verminderung der Phosphatresorption bei niereninsuffizienten Patienten.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: HOCH (für Antacida allgemein)
1. Trimenon: Bisher gibt es keinen Anhalt für ein teratogenes Risiko bei der Anwendung von Antacida.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Obwohl gelegentlich diskutiert wird, dass aus Antacida resorbiertes Aluminium zu funktionellen Störungen im Zentralnervensystem und in den Nieren des Fetus führen könnte, haben sich dafür klinisch bisher keine Hinweise ergeben. Dies ist aufgrund der geringen Resorptionsquote in therapeutischer Dosierung bei einer nierengesunden Schwangeren auch nicht zu erwarten.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Antacida und Sucralfat können in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Bei längerdauernder Einnahme sollten Präparate bevorzugt werden, bei denen eine geringere Resorption von Aluminium angenommen wird.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine. Bei länger dauernder Therapie vorsichtshalber Umstellung auf ein Mittel der Wahl.
Besser erprobte Alternativen: z.B. Magaldrat
Stillzeit
Pharmakokinetik: molare Masse: 78; orale Bioverfügbarkeit: gering.
Klinik: Dokumentierte Erfahrungen zu Aluminiumhydroxid in der Stillzeit liegen nicht vor.
Empfehlung: Eine kurzfristige Therapie mit aluminiumhaltigen Antacida ist akzeptabel. Mittel der Wahl sind Magaldrat, Sucralfat, Hydrotalcit und Almasilat sowie aluminiumfreie Produkte.
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