Erläuterung zur "Ampel"

Alprazolam

Produktnamen:
  • Cassadan ®
  • Tafil ®
  • Xanax ®
  • und Generika

Alprazolam

Erläuterung zur "Ampel"

Alprazolam

Produktnamen:
  • Cassadan ®
  • Tafil ®
  • Xanax ®
  • und Generika

Sehr gut wirksames Anxiolytikum, z.B. bei schweren Panikattacken. Wegen der guten angstlösenden Wirkung hohes Suchtpotential; deshalb in der Regel keine Dauermedikation.

Indikation: Symptomatische Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen; Panikstörungen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Studien mit über 150 ausgewerteten Schwangerschaften und weitere Studien mit geringerer Aussagekraft konnten kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko feststellen. Nach Überdosis von Alprazolam in suizidaler Absicht bei 10 Frauen wurde ein Kind mit größeren Fehlbildungen (z.B. Gastroschisis) geboren. Benzodiazepine sind als Gruppe gut untersucht, wobei die meisten Erfahrungen zu Diazepam vorliegen: Einerseits wurde über Herzfehlbildungen, Lippen-/Gaumenspalten und komplexe andere Fehlbildungen diskutiert und in retrospektiven Fall-Kontroll-Untersuchungen auch schwache, aber statistisch signifikante Assoziationen zwischen Benzodiazepinen und Lippen-/Gaumenspalten, intestinalen Atresien und Mikrozephalie erörtert. Andererseits haben Studien mit insgesamt mehreren tausend im 1. Trimenon Benzodiazepin-exponierten Schwangeren teratogene Effekte nicht bestätigt.  

2.-3. Trimenon / Perinatal: Bei regelmäßiger Einnahme im letzten Trimenon oder hochdosiert unter der Geburt sind schwerwiegende Symptome beim Neugeborenen möglich. Diese reichen von postpartaler Atemdepression über Anpassungsstörungen wie Muskelhypertonie, Hyperreflexie, Tremor bis zum wochenlang anhaltenden „Floppy-Infant-Syndrom“ mit Lethargie, Trinkschwäche, Tachypnoe, Tachykardie, Zyanose, Temperaturregulationsstörung und Muskelhypotonie. Neugeborene metabolisieren Benzodiazepine wesentlich langsamer als Erwachsene.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Gabe nur nach strenger Indikationsstellung bei schwerer Angstsymptomatik. Benzodiazepine sollten, auch nach Ausschöpfung aller nichtmedikamentöser Behandlungsmöglichkeiten, immer nur kurzzeitig verordnet werden; keine Dauertherapie im letzten Trimenon wegen möglicher neonataler Komplikationen. Ggf. Möglichkeit des Einsatzes von schlafanstoßenden und angstlösenden Antidepressiva prüfen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Sonographische Feindiagnostik. Sorgfältige Schwangerschaftsüberwachung und ggf. engmaschige psychiatrische Kontakte, um rechtzeitig Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) begegnen zu können. Bei Behandlung bis (kurz vor der) Geburt auf Symptome beim Kind in ersten Lebenstagen achten. (Cave: Bei abruptem Absetzen nach längerer Einnahme bei Mutter und Kind Entzugssymptomatik möglich.)
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen! Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Zur sedierenden und angst- bzw. spannungslösenden Akutbehandlung keine. Bei Angststörungen langfristig Behandlung mit Antidepressiva oder niederpotenten Neuroleptika vorziehen. Auch nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, z.B. Psychotherapie in Betracht ziehen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 12-15 h; Proteinbindung: 80%; molare Masse: 308; relative Dosis: 3-6,7%; keine Metaboliten in der Milch nachweisbar; M/P-Quotient: 0,4; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Schläfrigkeit beim Säugling wurde in einem Fallbericht beschrieben. Trotz Fortsetzung des Stillens normalisierte sich das Kind.

Empfehlung: Stillen unter (kurzzeitiger) Monotherapie und moderater Dosierung bei guter Beobachtung des Kindes akzeptabel.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.