Embryotox
Influenza-Impfung 2010/11: Embryonaltoxikologie Berlin setzt Impf-Surveillance und Beratung für Schwangere fort
10. August 2010
Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt in ihrem Bulletin vom 9. August 2010 auch für die nächste Grippesaison 2010/11 eine Grippeimpfung für Schwangere im 2. und 3. Trimenon. Bei bestimmten chronischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma wird auch im 1. Trimenon zur Impfung geraten. Die Empfehlungen basieren darauf, dass während einer Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Grippe-Komplikationen, wie z.B. eine Pneumonie bestehen kann. Die Wirksamkeit des Impfstoffes ist bei Schwangeren genauso hoch wie bei Nichtschwangeren. Bisher gibt es weltweit keine Hinweise auf spezielle Unverträglichkeiten des Grippeimpfstoffs für den Feten.
In Deutschland sind mit Stand April 2010 insgesamt 21 trivalente Impfstoffe (20 inaktivierte Spaltimpfstoffe, davon 2 adjuvantiert und 18 nicht adjuvantiert; 1 Influenza-Impfstoff auf Basis von gereinigtem Oberflächenantigen) gegen saisonale Influenza zugelassen. Die Stammzusammensetzung der trivalenten Influenza-Impfstoffe beinhaltet aktuelle Varianten der zirkulierenden Influenzaviren mit einer A(H3N2)-Komponente, einer A(H1N1)-Komponente sowie einer B-Komponente und wird jedes Jahr gemäß WHO Empfehlung an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst. In der Saison 2010/2011 ersetzt die Influenza-A-(H1N1)v-2009-Komponente (gegen die sogenannte Schweinegrippe) die bis dahin enthaltene saisonale H1N1-Komponente.
Wie im vergangenen Winter hat das Paul-Ehrlich-Institut eine begleitende Überwachung zur Verträglichkeit von Influenzaimpfstoffen in der Schwangerschaft angeregt. Im Rahmen dieses bundesweiten Projekts wird allen Schwangeren angeboten, sich im Berliner Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie registrieren zu lassen. Gleichzeitig wird eine umfassende Beratung offeriert, auch zu anderen Medikamenten und deren Risiken. Die Beratung ist unabhängig von der Teilnahme am Überwachungsprojekt. Wenn die Schwangere an der Nachbeobachtung teilnehmen möchte, wird sie mit ihrer Zustimmung sechs Wochen nach Erstkontakt und zwei Monate nach dem errechneten Geburtstermin mit einem Fragebogen vom Institut für Embryonaltoxikologie in Berlin angeschrieben, damit der weitere Verlauf der Schwangerschaft protokolliert werden kann. Das Studienprotokoll berücksichtigt datenschutzrechtliche Vorschriften und erhielt das Votum der zuständigen Ethikkommission.
Schwangere, die geimpft wurden oder Fragen zur Impfung haben, sollten sich telefonisch (030-30308111) oder per Internet an das Institut für Embryonaltoxikologie in Berlin wenden. Für den Erstkontakt per Internet gibt es auch einen (Online-)Fragebogen. Behandelnde und impfende Ärztinnen und Ärzte können ebenfalls mit der Embryonaltoxikologie Kontakt aufnehmen. Weitere Informationen zur Influenza und deren Impfung finden Sie auf den entsprechenden Seiten.
Das Berliner Institut für Embryonaltoxikologie arbeitet unabhängig von pharmazeutischen Herstellern und wird durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Es führt Aufgaben aus, die im Arzneimittelgesetz festgelegt sind. Die im Rahmen des Impf-Projekts erhobenen Daten werden ausschließlich zur individuellen Beratung und, in anonymisierter Form, zur wissenschaftlichen Auswertung im Institut für Embryonaltoxikologie verwendet.





