Wirkstoffe

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Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 03/2009

Acetazolamid

Produktnamen:
  • Acemit ®
  • Diamox ®
  • Glaupax ®
  •  

Acetazolamid  ist der erste Carboanhydrasehemmer, der jedoch nur systemisch angewendet werden kann. Carboanhydrasehemmer sind Derivate der Sulfonamide, die ursprünglich als Diuretikum eingesetzt wurden. Aufgrund der schwachen diuretischen Wirkung, bleibt der Einsatz speziellen Indikationen vorbehalten. Zur Therapie des Glaukoms werden heute bevorzugt lokal wirkende Carboanhydrasehemmer, wie Dorzolamid und Brinzolamid eingesetzt.

Indikation: Glaukom, Ateminsuffizienz mit respiratorischer Azidose, Hirnödeme.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Auch wenn im Tierversuch bei Nagetieren Extremitätenfehlbildungen nachgewiesen wurden, konnte beim Menschen ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bisher nicht bestätigt werden. Die Erfahrungen beziehen sich jedoch nur auf 12 prospektiv erfasste Schwangerschaften, einige Fallberichte und eine retrospektive Fallsammung.

2.-3. Trimenon / Perinatal: In 2 kleineren Studien zeigten die Kinder von insgesamt 14 Frauen, die aufgrund eines erhöhten intrakraniellen Drucks oder einer Epilepsie bis zur Geburt behandelt wurden, keine Auffälligkeiten. In wenigen Einzelfällen wurde nach einer Acetazolamid-Therapie der Mutter bis zur Geburt bei den Kindern eine metabolische Azidose sowie Auffälligkeiten der Elektrolyte, u.a. Hypokaliämien etc. beobachtet. Bei einem Frühgeborenen der 34. SSW wurden dabei 5 h nach der Geburt fast therapeutische Serumspiegel gemessen, wobei die beobachteten klinischen Auffälligkeiten wie Tachypnoe sich nach Ausgleich von Azidose und Elektrolytstörungen rasch besserten.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:  Acetazolamid sollte nur bei Fehlen geeigneterer therapeutischer Alternativen eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Exposition im 1. Trimenon sollte sicherheitshalber eine sonographische Feinuntersuchung angeboten werden. Falls eine Therapie bis zur Geburt des Kindes erforderlich ist, sollte sicherheitshalber eine Kontrolle des Säure-Basen-Haushaltes und der Elektrolyte erfolgen.

Besser erprobte Alternativen: Zur Behandlung des Glaukoms, siehe Glaukom.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2-6 h; Proteinbindung: 70-95%; molare Masse: 222; relative Dosis: 1,9%; Anteil einer therapeutischen Säuglingsdosis von 25 mg/kg/d: ca. 1,26%; M/P-Quotient: 0,25; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

 Klinik: Acetazolamid wird in geringer Konzentration auch in der Milch nachgewiesen. Die durch das Kind aufgenommene Menge ist vermutlich zu gering, um Symptome bei den gestillten Säuglingen auszulösen.

Empfehlung: Zur Therapie des Glaukoms siehe dort. Ist eine Therapie mit Acetazolamid unbedingt erforderlich, kann unter guter Beobachtung des Säuglings gestillt werden. Bei Frühgeborenen sollten vorsichtshalber die Elektrolyte kontrolliert werden.

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