Erläuterung zur "Ampel"

Acetazolamid

Produktnamen:
  • Acemit ®
  • Diamox ®
  • Glaupax ®
  •  

Acetazolamid

Erläuterung zur "Ampel"

Acetazolamid

Produktnamen:
  • Acemit ®
  • Diamox ®
  • Glaupax ®
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Acetazolamid ist der erste Carboanhydrasehemmer, der jedoch nur systemisch angewendet werden kann. Carboanhydrasehemmer sind Derivate der Sulfonamide, die ursprünglich als Diuretikum eingesetzt wurden. Aufgrund der schwachen diuretischen Wirkung bleibt der Einsatz speziellen Indikationen vorbehalten. Acetazolamid ist plazentagängig.

Indikation: Glaukom, Ateminsuffizienz mit respiratorischer Azidose, Ödeme, Epilepsie.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko wurde beim Menschen bisher nicht beobachtet. Dies stützt sich auf eine retrospektive Studie mit 50 im 1. Trimenon wegen intrakraniellem Hochdruck behandelten Frauen. Die Dosierungen lagen zwischen 250 und 2000 mg /Tag. Ferner liegen zwei Fallserien mit jeweils 12 exponierten Schwangerschaften vor, davon 12 und 7 mit Therapie im 1. Trimenon. Die intrauterin exponierten Kinder waren gesund. Die tierexperimentell in hohen Dosierungen bei Nagern nachgewiesenen Extremitätenfehlbildungen wurden bei Affen nicht gesehen.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Die meisten Kinder zeigten keine Auffälligkeiten. Bei wenigen Neugeborenen wurden nach einer mütterlichen Therapie bis zur Geburt eine metabolische Azidose sowie Elektrolytstörungen beobachtet. Ein Frühgeborenes der 34. SSW hatte fünf Stunden nach der Geburt subtherapeutische Serumspiegel und Symptome wie eine Tachypnoe, die nach Ausgleich von Azidose und Elektrolytstörungen verschwanden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Acetazolamid kann bei Fehlen besser untersuchter und geeigneter Alternativen auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden. 

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer normalen vorgeburtlichen Entwicklung angeboten werden. Falls bis zur Entbindung therapiert wird, sollte sicherheitshalber eine Kontrolle des Säure-Basen-Haushaltes und der Elektrolyte beim Neugeborenen erfolgen. 

Besser erprobte Alternativen: Zur Behandlung des Glaukoms, siehe Glaukom.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2-6 h; Proteinbindung: 70-95%; molare Masse: 222; relative Dosis: 1,3-2,2%; M/P-Quotient: 0,25; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik: Acetazolamid wurde in geringer Konzentration auch in der Milch nachgewiesen und war bei einem gestillten Säugling im Plasma an der unteren Nachweisgrenze bestimmt worden. Aufgrund dessen erscheinen schädigende Auswirkungen auf das gestillte Kind unwahrscheinlich.

Empfehlung: Zur Therapie des Glaukoms siehe dort. Ist eine Therapie mit Acetazolamid unbedingt erforderlich, kann unter guter Beobachtung des Säuglings gestillt werden. Bei Frühgeborenen sollten vorsichtshalber die Elektrolyte kontrolliert werden.

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